Glossar

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(Na ja, sollte mal eins werden...)

Astronomischen Größenklassen: Ein Maß für die (scheinbare) Helligkeit eines (astronomischen) Objekts. Dieser Begriff ist historisch und hat nichts mit der Größe, also der "Dimension" eines Objektes zu tun, sondern beschreibt lediglich dessen Helligkeit. Die Skala ist logarithmisch, der Lichtintensitätsunterschied zwischen zwei Objekten die um eine Größenklasse (Magnitude [mag]) differieren, beträgt 2,512. Lichtschwache Objekte haben hohe, helle Objekte niedrige (bis negative) Werte. Die schwächsten, unter idealen Bedingungen (kein Mond, klarer Himmel, keine Himmelsaufhellung durch Stadt- und Industriebeleuchtungen) mit bloßem Auge gerade noch sichtbaren Sterne haben die 6. Größenklasse. Andere Beispiele:

Sonne: - 27 mag
Vollmond: - 12 mag
Venus maximal: - 4,8 mag
Jupiter maximal: - 3 mag
Sirius, der hellste Fixstern: - 1,4 mag
Die Sterne, die die Figur des "Großen Wagen" bilden: + 2 mag (ca.)
Sterne, die man unter idealen Bedingungen eben noch
mit einen 7x50-Fernglas erkennen kann:
+ 9,4 mag

Einige Anmerkungen: Die Grenzgröße von 9,4 mag für ein 7x50-Fernglas setzt neben idealen Beobachtungsbedingungen auch voraus, daß das Glas fest auf einem Stativ montiert ist. Signale eines Lichtrezeptors im Auge werden nur dann zu einem sichtbaren Signal, wenn eine Mindestzahl an Lichtquanten pro Zeiteinheit erfaßt wird. Das setzt aber konstanten Beschuß eines Rezeptors mit den Quanten eines Objektes voraus. Ein handgehaltenes Fernglas verteilt durch die Zitterbewegungen der Hand das Licht eines schwachen Objektes über viele Rezeptoren, so daß jeder nicht mehr genügend Quanten einfangen kann, um zu einem Sinneseindruck beizutragen. Dementsprechend wird ein lichtschwacher Satellit der sich bewegt nicht mehr wahr genommen werden können, wenn ein gleich heller ruhender Lichtpunkt noch gesehen werden könnte.
In Städten und Ballungsgebieten hat man Glück, wenn man mit bloßem Auge noch Sterne der Größe 4,5 erkennen kann. Dementsprechend könnte man dort mit einem 7x50-Fernglas nur Sterne bis zu einer Größe von maximal 7,9 sehen. Mit einem handgehaltenen Fernglas kann man dann für Satelliten noch mindestens eine weitere Größenklasse abziehen.

Azimut, Höhe: Koordinaten des sogenannten Horizontalsystems. Das Azimut gibt die Himmelsrichtung an, es wird (in der Geodäsie, Geophysik etc.) von Norden (0°) über Osten (90°), Süden (180°), Westen (270°) zurück nach Norden (0°) und in der in der Astronomie von Süden (0°) über Westen (90°), Norden (180°), Osten (270°) zurück nach Süden (0°) gezählt. Die Höhe gibt die Höhe über dem Horizont an (0°=Horizont, 90°=Zenit).

Rendezvous: Das Aufeinandertreffen zweier Objekte in einem Orbit; ein Objekt muß seinen Orbit dabei dem anderen angleichen.

Tag: Häufig verwendet man die Begriffe "Tag" (im Sinne von 24 Stunden) und "Rotationsperiode der Erde" synonym. Beide unterscheiden sich allerdings ein wenig. Der Begriff Rotations- oder Umdrehungsperiode bezieht sich auf eine 360°-Drehung der Erde um ihre Achse. Will man die Zeit messen die die Erde dafür benötigt, so braucht man einen festen Referenzpunkt. Geeignet dafür ist jeder Stern: Man mißt das Zeitintervall das zwischen zwei aufeinanderfolgenden Durchgängen eines Sterns durch den Nord-Süd-Meridian (also die gedachte Linie von Norden nach Süden) verstreicht: 23 Stunden 56 Minuten 4,09 Sekunden - das ist der exakte Wert den die Erde für eine 360°-Drehung braucht. In der Astronomie nennt man das einen "siderischen Tag".
Im täglichen Leben verwenden wir statt dessen den sogenannten "Sonnentag": Hier wird ein Referenzpunkt verwendet, der nicht feststeht, nämlich die Sonne. Gemessen wird das Zeitintervall zwischen zwei Durchgängen der Sonne durch den Nord-Süd-Meridian. Da die Erde die Sonne aber gleichzeitig umkreist, verschiebt sich die Position der Sonne gegen den Hintergrund der quasi in der Unendlichkeit liegenden Sterne fortlaufend. Nach einer vollständigen 360°-Erdumdrehung steht die Sonne daher noch nicht wieder im Nord-Süd-Meridian wie tags zuvor, die Erde muß sich erst noch um weitere 0,986° drehen, bis sie die Sonne "eingeholt" hat, was 24 Stunden dauert [1].
Tatsächlich rotiert die Erde pro Jahr etwa 366,25 mal um 360°, da wir aber die Sonne als Referenzpunkt für die Tagesdauer gewählt haben und ein Tag also einer Rotation um 360,986° entspricht, resultieren daraus etwa 365,25 Sonnentage.

Man kann es auch anders erklären: Angenommen die Erde würde nicht rotieren während sie die Sonne umkreist, dann erlebte ein Beobachter auf der Erde innerhalb eines Jahres dennoch einen ganzen Tag: Beginnen wir die Betrachtung damit, daß vom Beobachter aus gesehen die Sonne gerade im Süden stehe. Während die nicht rotierende Erde also ihre Bahn um die Sonne zieht (von Norden aus betrachtet im Gegenuhrzeigersinn), wird sich ihr Stand am Himmel auf Grund der Bahnbewegung langsam verschieben und zwar nach Osten, wo sie schließlich untergeht. Nach einem halben Jahr, also einer halben Runde um die Sonne, schaut der Betrachter beim Blick nach Süden exakt auf die sonnenabgewandte Seite des Himmels: die Sonne steht im Norden, unterhalb des Horizonts und der Blick nach Süden weist mitten in die Nacht. Schließlich geht die Sonne im Westen wieder auf, um nach Ablauf eines Jahres erneut im Süden zu stehen.
Auf diese Weise verstreicht - ohne jegliche Rotation der Erde - innerhalb eines Jahres genau ein Tag, allerdings in "umgekehrter Richtung", die Sonne geht im Westen auf und im Osten unter. Dieser "umgekehrte" Extratag subtrahiert sich nun von der Anzahl der tatsächlichen Rotationen der Erde innerhalb eines Jahres, also 366,25 tatsächliche Rotationen abzüglich einer "Scheinrotation" = 365,25 Tage.

[1] Genauer gesagt: Durchschnittlich 24 Stunden. Denn da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne leicht elliptisch ist und sich die Erde daher im Perihel (dem sonnennächsten Punkt der Bahn) schneller bewegt als im Aphel (dem Sonnenfernsten Punkt), variiert die tatsächliche (Sonnen)Tageslänge über das Jahr etwas.

Texteditor: Ein Editor kennt im Gegensatz zu einem Textverarbeitungsprogramm keine Formatierungen. Unter Windows gibt es den Editor "Notepad"; das Windows "Wordpad" dagegen ist ein Textverarbeitungsprogramm. Man kann auch ein Textverarbeitungsprogramm als Editor benutzen, muß dann aber daran denken, den Text als "nur Text" zu speichern.

UTC: Coordinated Universal Time; Weltzeit. Es gilt:

UTC = MEZ - 1 Stunde und MESZ - 2 Stunden, umgekehrt:
MEZ = UTC + 1 Stunde und MESZ = UTC + 2 Stunden.

























































































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